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Kunsttherapie - Beispiele

Aktualisiert: 6. Jan.



Kunst und Stress

Mittels Kunst können wir herausfinden, wie Stress bei uns entsteht, wie er uns beeinflusst, wie wir damit umgehen und was wir tun können, um ihn in unserem Alltag zu vermeiden. Da die Ursachen von Stress in unserer eigenen Erwartungshaltung und der Haltung gegenüber Stressoren liegt, bietet die Kunsttherapie eine gute Möglichkeit, an diesen Haltungen zu arbeiten. Das beinhaltet auch oft innere Kind Arbeit und Traumabewältigung.


Um akute Stresssituationen zu bewältigen, gibt es einige Möglichkeiten. Meist geht es darum, die aufgebaute Anspannung, also die freigesetzte Energie, wieder los zu werden. Wissenschaftler:innen der Drexel Universität haben nachgewiesen, dass Kunst und Malerei den Wert des Stresshormons Cortisol senken, was zu einem normalen Anspannungslevel führt. Ebenfalls erwiesen ist, dass Farben Glückshormone freisetzen, weshalb du dich nachher fröhlicher und ausgeglichener fühlst. Also schnapp dir einen Pinsel oder deine Hände und lege los.


Vorschläge falls du gezielt an etwas arbeiten möchtest:

  • Malen zur Stressbewältigung, Agressionsbewältigung, Innere Unruhe

Richte deinen Arbeitsplatz so ein, dass du dir keine Gedanken machen musst, wenn Farbe kleckert. Ich empfehle einen Umkreis von mindestens 2m abzudecken. Wähle ein grosses Format A2 oder sogar A1 und häng es auf der gewünschten Höhe auf. Dann wähle zu Beginn drei Farben, mit denen du arbeiten möchtest. Entscheide dich, ob du mit einem Pinsel oder mit den Händen arbeiten möchtest. Zu Beginn wählen viele den Pinsel und wechseln dann im Verlauf zu den Händen, da es sehr ungewohnt ist. Schalte deine Lieblingsmusik ein und lass deinen Emotionen freien lauf. Du kannst mit dem Pinsel spritzen, mit den Händen verstreichen oder mit einem Spachtel kratzen. Mach, wonach es dir in diesem Moment gerade ist. Ich habe mein Bild Schicht für Schicht immer wieder verändert, bis es schlussendlich so aussah:




  • Wasserträgerin für gesteigertes Selbstbewusstsein

Dazu benötigst du viel Ton, Geduld und Zeit. Du beginnst damit, eine Basis mit der Petzeltechnik zu erstellen. Dazu drückst du kleine Tonfetzen aufeinander, bis eine Säule (Rumpf) entsteht. Anschliessend kannst du mit den Armen und dem Kopf weitermachen. Die Figur sollte ein Gefäss auf dem Kopf tragen und aufrecht und stolz stehen. Hier seht ihr zwei Ausschnitte aus meinem Prozess:




  • Körperbild bei unangenehmen Körpersymptomen

Dazu brauchst du viel Papier und viel Farbe. Scheide das Papier auf deine Körpergrösse zu und hänge es auf. Bitte jemanden, deine Umrisse nachzuzeichnen. Dann kannst du beginnen, deinen Körper mit den Symptomen zu füllen. Wo fühlt es sich wie an? Versuche es mittels Farben und Formen auszudrücken. Wenn du bereit dazu bist, kannst du beginnen, diese Formen so zu übermalen, wie es sich anfühlen würde, wenn die Symptome weg wären. Mein Körperbild hat sich so entwickelt:




  • Visualisieren und anschliessendes Verändern von Traumabildern zur Traumabewältigung

Nimm dir ein A1 oder A0 Papier und beginne das aufgearbeitete Traumabild von innen nach aussen zu visualisieren. Das kann sehr intensive Emotionen hervorrufen und ich empfehle dir das nur mit deiner Kunsttherapeutin oder in


Anwesenheit eines geliebten Menschen zu machen, dem du vertraust. Anschliessend kannst du damit beginnen, dein Bild so zu verändern, wie du dir Wünschen würdest, das es ist oder sich anfühlt. Bei mir war das Thema, dass mein Körper gefühlt voller Gift ist und das mein Ressourcenbecken vergiftet. Verändert habe ich mein Bild folgendermassen: Das Gift wird abgelassen und es kann neue Energie im Becken entstehen. Wichtig ist auch, dass du deinem Bild immer eine Umgebung gibst.




  • Prägnante Formen bei Angstzuständen

Nimm dir ein A3 oder A2 Papier und zeichne mit der ungeschulten Hand eine geometrische Form in der Farbe deiner Wahl. Beginne, die Form von innen nach aussen zu zeichnen. Anschliessend wählst du eine Hintergrundfarbe, sodass die Form noch stärker in den Vordergrund tritt. Die Form brennt sich quasi in dein Gedächtnis. Jedes mal, wenn du den Anflug von Angst verspürst, musst du aktiv an diese Form denken. Ziel ist es, die Gedanken auf etwas Abstraktes und Neutrales zu lenken, sodass die Angst nicht aufrecht erhalten werden kann.





  • Weitsicht zeichnen bei Neuanfängen oder Aussichtslosigkeit

Wähle ein grosses Format. A2 oder sogar A1. Dann beginne einen tiefen Horizont zu setzen, sodass viel Himmel übrig bleibt. Ich hatte mich für einen Meereshorizont und eine Wiese entschieden. Du kannst auch ein Feld oder einen Strand, etc. zeichnen. Wichtig ist, die Tiefenwirkung und das Gefühl von Weitblick. Dabei kannst du deinen Gedanken freien Lauf lassen.





  • Nass-in-Nass bei Perfektionismus und Kontrollbedürfnis

Nimm dir ein dickes A3 oder A2 Papier und tränke es mit Wasser. dann beginnst du Farbe aufzutragen. Du wirst sehen, dass du nahezu keine Kontrolle darüber hast, wohin sich die Farbe verteilt. Du musst also immer wieder umdenken, was du aus dem Entstandenen nun machen könntest. Das ist eine super Übung für alle, die ein "perfektes" Bild malen möchten.





Ich hoffe, dass ich dir damit etwas helfen konnte. Falls du Fragen hast, oder konkrete Themen behandeln möchtest, welche hier nicht aufgeführt sind, kannst du mich gerne im Chat kontaktieren.

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